Frequently Asked Questions

Webseite - Beta

Willkommen auf der neuen Webseite von abgefahren e.V.! Die neue Seite ist noch in der Beta Version. Es können hier und da noch Bugs und halb volle Seiten auftauchen. Wer Interesse hat mitzumachen, der meldet sich bitte einfach hier.

Hier findet Ihr Fragen rund ums Thema Trampen, gelegentlich auch Autostop oder per Anhalter fahren (und im Englischen hitchhiking oder autostop) genannt, beantwortet.

Trampst Du lange Strecken, kommt es schon vor, dass nachts kein Auto mehr an deiner Tankstelle vorbei kommt. Gut ist es also, immer einen Schlafsack und eine Isomatte dabei zu haben. Je länger Du trampst, um so mehr Erfahrungen sammelst Du, und kannst besser einschätzen, welche Distanz Du sicher zurück legen kannst.
Dann schläfst Du entweder an der Raststätte oder lässt Dich in die nächste Stadt mitnehmen. Dort kannst Du kostenlos bei anderen Menschen übernachten. Eine Übersicht findest Du auf www.hospitalityguide.net.

Eine sehr seltene, aber nicht unmögliche Situation. Am besten, Du lässt es gar nicht dazu kommen, indem Du zum Beispiel als Frau nur bei anderen Frauen einsteigst - oder darauf achtest, wie eilig es die Leute haben. Vermeide Gespräche über Politik oder Religion. Manchmal fährt der Fahrer aber auch einfach zu riskant oder ist doch unangenehmer als gedacht.
Dann bitte ihn freundlich, aber bestimmt bei der nächsten Raststätte anzuhalten. Du musst aussteigen. Sei dir der Macht Deiner Worte bewusst. Vertraue Deinem Bauchgefühl, Dir muss nichts peinlich sein, wenn es um Deine Sicherheit geht. Manchen helfen Ausreden: Dir ist schlecht. Oder Du musst dringend auf Toilette. Oder Du hast eine SMS bekommen, dein Fahrziel hat sich geändert, du musst eine andere Richtung nehmen. Warte nicht zu lang, steig lieber zu früh als zu spät aus.

Für harte Fälle:
- Bleib ruhig und zeig keine Angst, Selbstbewußtsein schreckt ab, Angst legt dazu ein, weiterzumachen
- Rufe einen Freund oder die Polizei an, beschreibe den Fahrer, gib das Kennzeichen durch, wenn Du es noch nicht gemacht hast
- Mach andere Leute auf Dich aufmerksam
- Drohe damit, in die Lüftung zu kotzen
- Drohe damit, Sachen des Fahrers aus dem Fenster zu schmeißen
- Zünde Papier an und werfe es nach hinten (gefährlich, da der Fahrer unter Umständen die Kontrolle über das Auto verliert)
- Zieh die Handbremse (dito)

Es gibt einige Leute, die nicht anders trampen. Du sparst die Übernachtung und kommst oft schneller und länger vorwärts, da die Straßen frei sind und deshalb oft Langstreckenfahrer unterwegs sind. Und gerade nachts haben viele gerne einen Gesprächspartner, um wach oder bei Laune zu bleiben. Das macht es auch riskanter. Du kannst anbieten, das Autofahren zu übernehmen. Vermeide aber den Sekundenschlaf, mach es nur, wenn Du selbst ausgeschlafen bist - im Zweifel lass es lieber.

Nachttrampen funktioniert vor allem in Ländern mit gutem Tankstellennetz (wie in Deutschland). Trampen im Dunkeln an einer einsamen Landstraße oder Autobahnauffahrt ist hingegen ziemlich schwierig - entweder sehen Dich die Fahrer nicht oder haben zuviel Angst. Selbst mit Taschenlampe und Reflexionsklamotten wird man nur schwer erkannt. Trotzdem kann es klappen, allerdings kann man dabei auch leicht zu lange warten. Wenn das der Fall ist - leg Dich lieber schlafen und mach am nächsten Tag weiter.

In unserer Mediatheque sind Interviews vom Trampertreffen 2007 über 'Night Hitchhiking' zu finden (Media > Hitchhike Gathering 2007 > Interviews about Night Hitchhiking).

Trampe zu zweit und mit jemandem, bei dem Du Dich sicher fühlst. Schick die SMS mit dem Kennzeichen. Steig nicht bei jedem ein. Lerne Grundlagen der Selbstverteidigung, das gibt Dir Selbstbewußtsein. Ein Pfefferspray oder ein Messer dabei zu haben, kann Dir auch ein Gefühl von Sicherheit geben. Sei Dir dabei aber immer bewusst, was passiert, wenn das Auto ausser Kontrolle gerät, und dass Waffen auch gegen Dich verwendet werden können. Gerade in einem Auto, auf kleinem Raum, kann Dich Pfefferspray beeinträchtigen.

Das wahrscheinlichste Risiko, was Dir beim Trampen passieren kann, ist ein Verkehrsunfall. Das Auto ist mit 7.000 Verkehrstoten jährlich immer noch das unsicherste Fortbewegungsmittel. Natürlich kann es auch passieren, dass du von einem wahnsinnigen Massenmörder brutal abgeschlachtet wirst, wie es bei Aktenzeichen XY zu sehen war. Dies ist aber sehr unwahrscheinlich, was auch eine Studie des BKA belegt.

Ja. VOR dem Autobahnschild, an der Auffahrt, darf man aber stehen, ebenso auf Raststätten und Parkplätzen.

Achtung! Es ist extrem gefährlich, eine Autobahn zu Fuß zu überqueren! So etwas solltest Du nie machen. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge lässt sich nur sehr schwer abschätzen.

Hier noch ein paar juristische Details:

In § 18, Absatz 9 der Straßenverkehrsordnung heißt es: "Fußgänger dürfen Autobahnen nicht betreten." Wer es doch tut, zahlt ein Bußgeld von 10 Euro. Wer für Dich anhält, muss auch zahlen. Wenn Du Leute mit ausgestrecktem Arm dazu aufforderst, anzuhalten, kann das als "leichtfertige Selbstgefährdung" aufgefasst werde (OLG MÜNCHEN , Urteil vom 26.02.1991 - 5 U 3907/90, Revision vom BGH nicht angenommen VI ZR 160/91.)

Weil es mehr Autos gibt, die uns schneller mitnehmen. Tramper verteilen sich deshalb sehr schnell auf den verschiedenen Tankstellen, und bleiben dort oft nur kurz. Auf den beliebtesten Tramperstellen in Großstädten kann es an guten Tagen aber manchmal schon Stau geben.

Ja. Tramper sind bei einem Verkehrsunfall gut geschützt, da sie gegenüber der Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeugs, in dem sie mitfahren, sowohl Schadensersatz- als auch Schmerzensgeldansprüche haben.

Bei einem Firmenwagen, der nicht zur privaten Nutzung freigegeben ist, kann es sein, dass nur zum Teil die Haftpflichtversicherung zahlt, der Rest die Firma. Deshalb ist dies eine beliebte Begründung, Tramper nicht mitzunehmen.

Trampen ist gesetzlich nicht geregelt. Also dürfest Du theoretisch auch als Sechsjähriger trampen.
In manchen Bundesländern werden Deine Personalien von der Polizei überprüft. Das dürfen Sie, mehr nicht. Meist dauert das alles so ein wenig Zeit mit der Polizei. Frag also unbedingt, ob die Dich nicht noch ein Stück mitnehmen können. Sei dabei natürlich nett und zuvorkommend - kenne aber auch Deine Rechte.

Scheint immer beliebter zu werden, ist aber ein wenig gewöhnungsbedürftig. Einfach an Ampeln kurz vor der Schnellstraße/Autobahn oder an großen Landstrassen die Leute direkt ansprechen. Eine kleine Geste zum Runterkurbeln der Scheibe braucht es schon, aber dann ist eigentlich ziemlich schnell gesagt, wohin du willst und ob du mitgenommen werden kannst. Ziemlich gut funktioniert das an den Rechtsabbiegerspuren.
Falls nach der Ampel keine Anhaltmöglichkeit für die Autos besteht, müsst ihr schnell einsteigen können - kleiner Rucksack von Vorteil.

An sich nur dich selbst (mit intaktem Daumen ;-) ). Papier oder Pappe, worauf du deine Zielorte mit dicken Markern schreibst, machen es den Fahrern leichter (mehr unter Tipps). Ein Rucksack mit Isomatte und Schlafsack macht sich gut. So können dich Autofahrer ziemlich schnell als Tramper einschätzen und nicht als gerade aus dem Knast ausgebrochener Strafhäftling. Eine Taschenlampe und Reflexionsklamotten sind gut, wenn du weißt, dass du in die Nacht hinein kommst. Eine Thermoskanne mit heißem Tee kann dich und deinen PKW-Fahrer natürlich auch erfreuen. Vergiss natürlich auch nicht Perso sowie Führerschein. Manch ein Autofahrer ist ziemlich froh sich mal zurück zu lehnen und dich fahren zu lassen. Eine zusammenknüllbare Regenjacke schützt bei unsicherer Wetterlage.
Generell solltest du aber nicht zuviel Gepäck mitnehmen, so dass du dir es idealerweise beim Einsteigen zwischen die Beine klemmen kannst - in vielen Fällen ist der Platz im Auto begrenzt und du wirst auch froh sein, wenn du mal länger laufen musst.

Prinzipiell eigentlich immer jeden fragen (soweit sie natürlich einen nicht allzu gefährlichen Eindruck vermitteln). Man kann es den Leuten oft nicht wirklich ansehen ob sie einen mitnehmen würden, wenn man nicht fragt. Viele Neulinge sind oft sehr überrascht, wieviele Geschäftsmänner/frauen einen mit sehr schnellen Autos mitnehmen. Irgendwann bekommt man so auch einen Blick für Leute und Kennzeichen. Schlimm wird es, wenn man sich beim Bus fahren dabei erwischt jegliche Kennzeichen abzuscannen.

Okay, okay. Am Anfang muss man sich mal einen Ruck geben. Aber am Ende kommt wohl bei jedem irgendwie so was aus dem Mund: "Entschuldigen Sie. Fahren sie in Richtung SoUndSo und haben Sie noch einen Platz frei?" Achtet darauf, dass Ihr möglichst allgemein fragt. Fragt also nicht gleich nach dem 800km entfernten Ziel sondern nach Zwischenetappen. Es funktioniert auch gut, wenn man nur Autobahnorientiert fragt.

Eigentlich ziemlich einfach. Stell dich an die Strasse bzw. an die Autobahnauffahrt, welche in die Richtung fährt, in die du willst. Achte darauf, dass genügend Platz zum Anhalten für einen PKW ist. Gute Stellen zum Anhalten findest du auf hitchbase.com. Hast du eine gute Stelle gefunden, strecke deinen Daumen weit heraus und suche Blickkontakt mit den vorbeifahrenden Autofahrern. Unterstützend ist es noch ein großes Stück Pappe, wo dein Ziel drauf steht, in der Hand zu halten. Versuche dich an günstig gelegenen Tankstellen/Autobahnraststätten heraus zu lassen und spreche dort die PKW-Fahrer direkt an. Etwas ausführlichere Informationen kannst du unter Tipps nachlesen.

Ja, auf jeden Fall. Trampen funktioniert sogar ziemlich gut. In den Europäischen Städten ist es kein Problem mitgenommen zu werden. Auf den Autobahnen sind so viele Autos wie noch nie unterwegs. Trampen kann so gut und schnell funktionieren, dass man oft sogar schneller als die Bahn ist.